Donnerstag, 15. Oktober 2015

Low Carb Süßungsmittel

Vor allem (Einfach)zucker (Glucose), also kurzkettige Kohlenhydrate sind ja das, was wir an erster Stelle reduzieren oder weglassen wollen, sonst wären wir keine Low Carbler. Ich erspare euch daher auch einiges von dem Grundwissen, was ihr bestimmt alle habt.

Den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Zucker (womit vor allem Einfachzucker gemeint ist) und dem Anstieg des Blutzuckerspiegels und den Folgen davon muss ich wohl auch nicht ausführlich abhandeln. Nur ganz kurz: 
Viele (kurzkettige) Kohlenhydrate => schneller hoher Blutzuckeranstieg.
Hoher Blutzucker => hohe Insulinausschüttung.
Hoher Insulinpegel => Behinderung der Fettverbrennung.
Durch Insulinausschüttung sinkt der Blutzuckerpegel wieder, der Körper hätte gerne Nachschub an Zucker, was dann in einem Kreislauf endet.


Es gibt eine Menge Zuckerersatz- und  -austauschstoffe.

Honig, Ahornsirup, Dicksäfte etc:
Sie enthalten Fructose, was im Grunde nicht besser ist als Glukose und ebenfalls den Blutzuckerspielgel schnell ansteigen lässt, was dann wieder die Insulinschleife in Gang setzt.

Die klassischen Süßstoffe wie Aspartam oder Saccharin:
Ich benutze sie selten, allerdings nicht wegen angeblich krebserregender Wirkungen oder wegen irgendwelcher Verschwörungstheorien.
Der Spiegel hatte dazu mal einen netten Artikel.

Stevia:
Stevia ist eine Pflanze und hat eine kristalline Form, die Süßkraft ist 300 mal höher als die von Zucker. Damit ist es pur schwierig in der Verwendung, bei Überdosierung schmeckt Stevia schnell mal lakritzartig.
Ich benutze es manchmal beim Backen, wenn es mit Natreen (das aus Cyclamat, Saccharin und Thaumatin besteht) gemischt ist und ich das Volumen nicht unbedingt benötige. Das ist nämlich das Problem beim Backen, man hat einfach weniger Volumen an Teig, wenn man nur eine Messerspitze Stevia statt 200 g Zucker braucht.
Benötigt man aber kein Volumen, etwa wenn man seinen Kaffee oder einen Pudding süßen will,  bietet sich Stevia durchaus an.

Xylit/Xucker/Birkenzucker:
Das ist der Süßstoff, der dem Zucker am Ähnlichsten ist. Sowohl was Geschmacksintensität, nötiges Volumen, kristalline Struktur und Süßungskraft angeht, entspricht Xucker so ziemlich dem Zucker.
Leider hat Xylit 240 kcal pro 100 g, auch wenn die Kohlenhydrate aus Zuckeralkoholen bestehen, die nicht oder kaum verstoffwechselt werden.

Erythrit/Sukrin/Xucker light:
Sieht Zucker ähnlich, was die kristalline Struktur angeht und knirscht auch so zwischen den Zähnen ;)
Es schmeckt nicht bitter, hat keine Kalorien, da es zu 100 % aus Zuckeralkoholen (Polyole) besteht und ist gut verträglich.
Das Volumen beim Gebrauch entspricht etwa dem des Zuckers, die Süßkraft liegt bei 70 % von Zucker. Erythrit löst sich schlechter auf als Zucker.
Viele Menschen sagen, Erythrit hinterlasse eine Art Kälte oder Kühle auf der Zunge.
Mein Favorit, was Süßungsmittel betrifft! 

Kokosblütenzucker
Der Nektar, der beim Anritzen der Blütenstände der Kokospalmen austritt, wird aufgefangen und eingekocht, bis sich Zuckerkristalle bilden. Die werden dann getrocknet. Dadurch entsteht der Kokosblütenzucker. 
Er lässt den Blutzuckerspiegel weniger ansteigen als Haushaltszucker und enthält Magnesium, Zink, Eisen und einige B-Vitamine. Kokosblütenzucker enthält über 90 % Sucrose, nur wenig Fructose und Glucose und hat ca. 380 kcal pro 100 Gramm.
Geschmacklich soll er an Karamell erinnern und die Kristalle schmelzen gut, sodass er sich überall einsetzen lässt.

Ich muss aber ganz allgemein feststellen, dass mein Süß-Hunger und damit der Konsum von Zuckerersatzstoffen ziemlich niedrig ist, seit ich Low Carb lebe.
Direkt Zucker habe ich auch früher eher selten benutzt, da ich meinen Tee ohne Zucker trinke und auch normalerweise nicht nachsüßte, z.b. bei Desserts oder Erdbeeen.
Aber natürlich hatte ich aus heutiger Sicht trotzdem einen wahnsinnig hohen Zuckerverbrauch durch Sachen wie Fruchtjoghurt, Müsli, Fertiggerichte, Getränke (auch wenn ich die light-Variante genommen habe, wenn es ging) und Süßigkeiten.
Dieses Verlangen nach Süßem habe ich heute viel seltener. Ok, wenn ich unter Stress stehe, bekomme ich manchmal Lust auf Kohlenhydrate, aber das ist eigentlich eher selten.

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