Sonntag, 10. Januar 2016

Köln und Silvester - die Nacht des Schreckens

Was da passiert ist, sollte jeder mitbekommen haben. Aus einer Menge von 1000 bis 2000 Männern heraus wurden immer wieder Frauen von mehreren Männern umzingelt, ausgeraubt und sexuell belästig. Es kam auch zu Vergewaltigungen.
Die Polizei war hoffnungslos in der Unterzahl und konnte weder die Opfer schützen noch die Täter verhaften.
Die Täter waren Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. Zunächst wurde behauptet, es seien keine Flüchtlinge dabeigewesen, das stimmt aber nicht.
Die überregionale Presse hat erst Tage später wirklich berichtet. Jetzt kommen immer mehr Details ans Licht und es wird inzwischen auch darüber berichtet, dass oft eben nicht berichtet wurde, dass sich Medien freiwillig oder unfreiwillig selbst zensiert haben.
Die Berichte, die ich von einigen der betroffenen Frauen gelesen habe, haben bei mir für einen ganz dicken Kloß im Hals gesorgt. Ich meine, wahrscheinlich kann sich jede Frau (und sicher auch eine Menge Männer) vorstellen, wie die Frauen sich gefühlt haben müssen.
Teilweise musste ich aufhören zu lesen, weil ich einfach nur noch entsetzt, wütend, empört und verzweifelt war.
Man kann ja nun nicht so tun, als hätte es vorher keinen Sexismus und keine Gewalt gegen Frauen gegeben. Aber diese Dimension ist etwas ganz Neues und Einzigartiges, jedenfalls hier in Deutschland. Wer Berichte über den Tahrir in Ägypten kennt, weiß was ich meine.

Ich mache mir aus mehreren Gründen große Sorgen.
Zum einen werden diese Täter etwas gelernt haben: in der Gruppe sind wir stark, uns kann nichts passieren und vor der deutschen Justiz braucht man keinen Respekt zu haben. Vor Frauen sowieso nicht, aber das wussten die vorher schon.
Zum anderen geben diese Vorfälle den Rechten Nahrung. Die bekommen Auftrieb.

Wer bleibt auf der Strecke?
Wir Frauen.

Von rechts lasse ich mich nicht vereinnahmen. Deren Frauenbild ist so reaktionär und frauenfeindlich, die vertreten mich nicht.
Manche Linke, allen voran Augstein mit dem Kommentar "ein paar grapschende Ausländer und schon reisst der Firnis der Zivilisation." wollen ganz offensichtlich nicht über sexuelle Gewalt oder überhaupt Straftaten reden, die von Ausländern begangen wird. Ich wette, wären die Täter deutsche rechtsextreme gewesen, säre das anders aus. Auch diese Leute sprechen nicht für mich.
Reker, die kölner OB, hat mit ihren tollen Verhaltenstipps für Frauen auch den Vogel abgeschossen. Sie schustert den Frauen die Verantwortung für das Verhalten der Männer zu.

Aber wir müssen über das Zusammenleben mit Menschen reden, die aus einer Machokultur kommen, in der Frauen kaum Rechte haben. Wie sich deren Verhalten auf unsere Freiheit auswirkt und wie man Probleme lösen kann. 
Hierzulande ist auch nicht alles paletti. Sexuelle Belästigung und Gewalt durch deutsche Männer passieren hier auch täglich. Deswegen muss man aber trotzdem über grundsätzliche Integrationsprobleme reden können. Es wurde lange genug nicht getan.



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