Freitag, 26. Februar 2016

Asthma und Übergewicht und wo zum Teufel ist mein Sodbrennen hin?

Ich hatte schon mit 3 Jahren Heuschnupfen. Wir nehmen an, dass die Allergie entstand, weil ich als Zweijährige massive Antibiotikagaben erhielt, da ich zweimal hintereinander eine Mittelohrentzündung hatte. Gut, das sind nur Vermutungen.

Jedenfalls hatte ich seit damals Probleme mit Pollen. Diverse Allergietests ergaben frühblühende Bäume, Gräser und Getreide als besonders starke Allergieauslöser. Katzen und Hunde bzw deren Haare und Speichel schaden mir ebenfalls.
Als Kind habe ich dadurch massiv unter Husten, tränenden Augen und Schnupfen gelitten. Damals wurden Allergien mit Wahnsinnsdosen von Kortison behandelt - meine Eltern meinten später, immer nach einer Kortisonspritze hätte man mir beim hefekloßartigen körperlichen Ausdehnen zusehen können. Irgendwann fand dann der Etagenwechsel statt, also hatte ich mit Augen und Nase weniger Probleme, dafür entwickelte sich Asthma und ich war mehrmals mit lebensbedrohlichen Asthmaanfällen in der Notaufnahme.
Dem Kortison verdanke ich ganz sicher die Entstehung vieler Kilos, aber für deren Erhaltung und Vermehrung bin ich schon selbst zuständig gewesen.

Ich will aber auf etwas anderes hinaus:

Seit ich die 25-Kilo-Marke geknackt habe, geht es mir ganz massiv und auffällig besser.
Mein Hausarzt meint, ich hätte COPD, ich meine, ich habe Asthma.
Aber beide stellen wir fest, dass es mir viel besser geht.
Ich hatte grade eine Woche Urlaub und habe mit dem Frühjahrsputz angefangen. Dazu gehörte das Aufräumen des Wandschranks und damit verbunden das Transportieren diverser Dinge in den Keller.  Ich neige nämlich zu einem sehr schlauen Verhaltensmuster: Schrank auf, DINGE hinein, Schrank zu. Und irgendwann finde ich nichts mehr oder es fällt mir etwas entgegen, wenn ich die Schranktür öffne.

Meinen Kellerraum habe ich nie genutzt, weil die Stufen... und die Luftnot...
Ja, und jetzt bin ich viermal mit einer vollen Tasche in den Keller gegangen, um dort Sachen abzustellen. Und es war ok. Klar, ich hab schon leicht geschnauft, wenn ich wieder im ersten Stock war, aber eben nicht mehr als leicht geschnauft.
Vor einem Jahr hätte ich die zwei Stockwerke nicht einmal am Stück geschafft und mich anschließend hinsetzen müssen. Jetzt habe ich das viermal innerhalb von 90 Minuten gemacht und das einfach so. Weil ich es konnte.

Meine Medikamentendosis (2 x täglich Tabletten und 2 Sprays, eins bei Bedarf, eins immer morgens und abends) habe ich massiv verringern können - die Tabletten nehme ich in der halben Stärke, das Spray für morgens und abends habe ich unverändert beibehalten, aber das Bedarfsspray brauche ich nicht einmal mehr halb so oft wie früher.
Die letzte Quartalsmessung meiner Lungenfunktionwerte im Dezember ergab eine signifikante Verbesserung, meine Werte lagen fast schon im unteren Normalbereich. Wer sich damit auskennt: ein FEV1 von 2,6 wäre normal, ich hatte 2,4. Bei der vorletzten Messung davor waren es 1,2 oder sowas...
Ich finde das irre.

Was habe ich mir bloß jahrzehntelang angetan? Bis vor 6 Jahren habe ich ja auch noch geraucht und das 30 Jahre lang.

Was für mich gilt, trifft ja auch auf  viele Bluthochdruck- und Diabetespatienten zu: wir können nicht alles, aber einiges selbst beeinflussen mit unserem Lebenswandel.
Grade von Low Carblern, die ihre Diabetes durch LC wesentlich verbessern konnten, liest man ja häufiger. Bei mir wird ja wahrscheinlich nicht LC, sondern die Gewichtsreduzierung an sich das Entscheidende sein, aber ihr wisst schon, was ich meine.
Vor einiger Zeit ist mir dann noch aufgefallen, dass mir was fehlt. Also, von fehlen würde ich nicht reden, weil ich es nicht vermisse, aber ich habe kein Sodbrennen mehr.  Früher hatte ich das regelmäßig nach dem Essen, manchmal auch zwischendurch, aber immer war es lästig und unangenehm. Ich habe das mit fettigem Essen in Verbindung gebracht und ein Stück Brot gegessen oder Wasser getrunken, damit das doofe Brennen aufhörte. Das tat es dann für den Moment auch, aber es kam immer wieder.

Wenn man das mal genauer unter die Lupe nimmt, wird es paradox. Wir nehmen Säureblocker gegen Sodbrennen, Tabletten gegen Bluthochdruck, Metformin oder Insulin gegen Diabetes und so weiter.

Wir machen uns krank und behandeln dann die Folgen.
Aber zumindest einen Teil der Pillen könnten wir weglassen, wenn wir verantwortungsvoller mit unserem Körper umgehen, unser Gewicht reduzieren und uns vernünftig ernähren.

Ende März muss ich wieder zum Lungenfunktiontest. So wie es mir geht sollten sich die guten Werte bestätigen; ich werde berichten.


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