Montag, 11. Juli 2016

Cheat Day? Am siebten Tage sollst du zuckern?

Man liest es immer wieder: Bei einer Diät sollte ein Cheat-day her. Ein Tag, an dem man "sündigen", sich also all die leckeren Schweinereien genehmigen darf, die man sich ansonsten versagt. Die Meinungen, ob man diesen Cheat-day jede Woche, 14-tägig oder monatlich einlegen sollte, gehen auseinander.
Aber das Prinzip bleibt ja: man legt absichtlich und geplant einen Tag ein, an dem man das isst, was man ansonsten eben nicht mehr isst, weil es nicht in das neue Ernährungskonzept passt.


Ich frage mich ja, ob das so sinnvoll ist.

Grundsätzlich verstehe ich schon, dass so ein Tag einem den Frust nehmen soll, den die karge Kost der Diät nunmal anscheinend zwangsläufig hervorrufen muss. Dass man sich eben  am Cheat-day die Schokolade selbst erlaubt, die man sich ansonsten völlig verkneift und dass das völlige Verzichten auf Dauer nur dazu führt, dass man jede Diät irgendwann abbricht, weil die Gier zu stark wird.

Ich finde es trotzdem für mich selbst einfach nicht logisch.
Nehmen wir mal meine Low Carb-Ernährung. Ich esse grundsätzlich keinen Haushaltszucker mehr. Der tut mir nicht gut und ich bin der Meinung, Zucker macht süchtig.
Ja, soll ich denn dann einmal die Woche, am Cheat-Day, Zucker auf die Erdbeeren streuen?
Am siebten Tage sollst du zuckern?

Das ist doch völliger Blödsinn.
Ich würde ja auch keinem Alkoholiker empfehlen, 6 Tage pro Woche den Alk wegzulassen und sich dann am 7. Tag geplant zuzudröhnen.

Ich glaube, das grundsätzliche Problem, das mit dem Cheat-day gelöst werden soll, ist eine fehlende Akzeptanz der Ernährungsform. Man akzeptiert nicht oder nur schwer, dass bestimmte Lebensmittel einem nicht gut tun, man sie aber nunmal gerne isst.

Die Überlegung "Jetzt verzichte ich 6/14/28 Tage auf Chips, weil ich ja Diät mache und die Dinger ungesund sind, aber am Samstag reiße ich die Tüte auf und atme den Inhalt in 3,14 Minuten weg, damit ich nicht den Spaß an meiner Diät verliere und danach wieder weiter diäten kann." ist für meine Begriffe schon ein wenig absurd.
Damit verwaltet man doch irgendwie sein eigenes Scheitern, noch bevor man überhaupt gescheitert ist.

Ich bin nicht päpstlicher als der Papst und habe rein gar nichts gegen einen kleinen Ausfallschritt gegen die normale Ernährung.
Wenn ich mit Freundinnen oder Kollegen  zum Essen ins Restaurant gehe oder irgendwo eingeladen bin, dann zeige ich meiner LC-Ernährung gerne mal den Mittelfinger.
Beim Griechen esse ich dann unter anderem Pommes, beim Chinesen gebackene Bananen und beim Mexikaner Tacos oder Enchiladas.
Und das gerne und genüsslich!
Aber das ist anlassbedingt und nicht von vornherein terminiert geplant, weil ich sonst meine Ernährungsform nicht aushalten würde.
Die halte ich nämlich ganz prima aus, weil sie für mich meine ganz normale akzeptierte und gewollte Ernährung ist.



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