Mittwoch, 6. Juli 2016

Smoothies? Nein danke! Warum ich mich verweigere

Der Trend geht hin zum Gemixten. Smoothies sind in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes.

Es gibt da absolutt irre Kombinationen. Spinat mit Banane, Avocado, Selleriestangen, Gurken ... was weiß ich. Alles rein in den Blender, am besten noch irgendein Superfood wie Weizengras oder Chia dazu, kurz aufs Knöpfchen drücken und fertig ist das Essen.
Äh. Hallo? Essen?
Essen ist zum KAUEN da, vorausgesetzt, man ist älter als 11 Monate und hat noch Zähne. Das Kauen gehört schon zur Sättigung/Verarbeitung/Verdauung.
Idealerweise setzt man sich dazu hin, nimmt Teller, Besteck und, ja, auch ZEIT dazu.
Esse ich zum Beispiel eine Paprikaschote, muss ich gut und viel kauen und ich brauche eine Weile dazu. Trinke ich die Papeika in einem Smoothie, landet sie viel schneller im Magen und die Faktoren Kauen und Zeit fallen weg. Die brauche ich aber, um mein Essen als Essen wahrzunehmen, davon hängt mein Sättigungsgefühl ab. Das muss natärlich nicht bei jedem so sein, aber für mich ist das so und vielleicht auch für andere Übergewichtige, die einfach kein gutes Sättigungsgefühl haben.

Bei Smoothies fallen Zeit und Kauen weg. Man kann sie quasi im Vorbeigehen trinken, ach was: herunterkippen. Es geht schnell und ist effizient.

Und ich glaube, auch das stört mich daran neben der ganz offensichtlichen Kaufreiheit.
Ich muss mein Essen kauen können. Es schmecken, die verschiedenen Texturen wahrnehmen und die einzelnen Geschmäcker.
Die Effizienz der Smoothies missfällt mir. Sie passen so perfekt in einen bestimmten Zeitgeist, der da lautet "Optimieren. Rationalisieren. Vereinheitlichen. Einheitsbrei. Schneller! Schneller! Schneller!".
Ich mag das nicht. Da bin ich wohl ganz einfach altmodisch.





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