Dienstag, 8. November 2016

Packstation - ein ewiger Quell der Freude!

Eigentlich liebe ich meine Packstation. Sie liegt nicht weit von meiner Wohnung, da kann ich auch mal ein kleines Päckchen zu Fuß abholen. Und sonst komme ich auf dem Heimweg dran vorbei.
Aber manchmal...
Im Moment bin ich ja gehandicapt wegen Knie-Aua und zu meiner vorhandenen Arthrosen-Bandage habe ich mir noch eine weitere, etwas andere bestellt. Plus was zu Lesen plus Mascara plus wasauchimmer.
Hah! Freitag die ersehnte SMS mit der Mtan!
Schnell die vierstellige Zahl notiert, die Krücke geschnappt und mit dem Auto zur Packstation gefahren.
Tan eingegeben.
Falsche Tan.
Hm. Kann nicht sein.
Tan erneut eingegeben, genau hingeguckt.
Falsche Nummer.
Tan nochmal eingegeben. Ganz genau hingeschaut, Zahl für Zahl langsam eingetippt.
Falsche Nummer.
Karte gesperrt.
Bitte wenden Sie sich an paket.de.
Kreischfluckdrecksdingmotzmurmelknirsch!!!
Mit Krücke zurück nach Hause.
Handy gecheckt.
Tan stimmt doch, kein Zahlendreher!
Nochmal hingeguckt.
Scheiße, die haben mein Päckchen zu einer anderen Packstation, weit weg im sozialen Brennpunkt, gebracht.
Verdammt. Leise geschämt, weil ich ja selbst schuld war...
Mittlerweile war es dunkel und im Dunkeln fahre ich zu der Adresse nicht, jedenfalls nicht sichtlich angreifbar wegen Gehhilfe.
Bei paket.de angerufen mit der Bitte um Entsperrung meiner Karte. Und eine neue Tan würde ich ja auch brauchen, oder?
Neinnein, alles gut, ich brauche keine neue Tan, meinte der Mann am Telefon.
Ok.
Samstag Vormittag, ich hab zwar keine Zeit, aber ich will mein Päckchen. Also Krücke geschnappt und zu der weit entfernten Packstation gefahren.
Nachdem ich dann die Packstation im Hinterhof gefunden hatte, hingehumpelt, Tan eingegeben.
Falsche Nummer.
Tiiiiiiiiieeeeeeffffff eingeatmet.
Drohend geguckt. Das hilft oft.
Da nicht.
Beim nächsten Versuch: Falsche Nummer.
Ganz böse geguckt - Der Blick hätte bestimmt als extra übles Halloween-Kostüm funktioniert.
Die Packstation war härter im Nehmen.
Falsche Nummer. Sie sind gesperrt.
Geflucht, gehasst, verteufelt.
Zurück zum Auto gehumpelt, mit sooo nem Hals nach Hause gefahren.
Ans Telefon gehängt.
Die Frau im Callcenter: Keine Ahnung, was da denn passiert wäre. Ich hätte wohl was falsch gemacht.
Ja.
Wer hätte das gedacht.
Plötzlich sie so nach dem Datenabgleich: Oh, Moment. Sie haben doch gar kein Paket bekommen!
Ich so: Wat? Natürlich habe ich ein Paket bekommen. Ich erwarte eins und da kam doch gestern die SMS!
Sie so: Ja nee, das Päckchen ist aber wieder aus der Packstation entfernt worden!
Ich so: Warum das denn?
Sie so: Ja, weiß ich doch nicht.
Ich so: Warum wurde ich darüber nicht informiert und wo ist das Päckchen jetzt?
Sie so: Ja, das weiß ich auch nicht. Fehler im System bestimmt.
Ich so: Was soll denn der Scheiß?
Sie so: Ja, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. In den nächsten Tagen kommt bestimmt eine neue SMS zu Ihnen..
Ich so: Ja. vielen Dank für ihre Bemühungen *knirsch*

3 Tage später.... keine SMS, kein Päckchen. Bei Amazon stand der Sendungsstatus erst auf "zugestellt", jetzt auf "liegt zur Abholung bereit".
Wahrscheinlich in Bielefeld, der Stadt, die es nicht gibt. Und ich muss erst den Nippel durch die Lasche ziehen und meinen nicht vorhandenen Erstgeborenen auf dem DHL-Altar opfern.


Eine Woche später:
DHL war nicht in der Lage, mein Päckchen zu lokalisieren, geschweige denn mir zuzusenden.
Die nächste Stimme aus der Leitung meinte, ich solle mich bei Amazon melden. Auf meinen Einwand hin, DHL sei doch diejenigen gewesen, die es verbockt haben und warum sollten andere das ausbaden, kam nur die Antwort, das sei halt so.
Amazon hat mir nach meiner Mail innerhalb von Stunden geantwortet und 3 der 4 Artikel umgehend nochmal versendet (die kamen auch am nächsten Tag an...). Beim vierten konnten sie es nicht, da der über einen Drittanbieter lief und nur von Amazon versendet wurde, aber dafür hatte ich ganz schnell eine Gutschrift auf dem Konto.



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