Mittwoch, 21. Dezember 2016

Was ist schwerer loszuwerden - die ersten oder die letzten Kilos? Der lange Weg

In der letzten Zeit habe ich einige Blogartikel gelesen, die sich mit dem Thema beschäftigten, dass die letzten abzunehmenden Kilos die schwersten sind. Begründet wurde das auch recht einleuchtend: man hat schon soviel geschafft und es fehlt irgendwann die Motivation, weil die Notwendigkeit des Abnehmens einfach geringer wird.
Ich kann diese Ansicht schon nachvollziehen.
Bloß weiß ich nicht so genau, ob ich sie teile.
Ich meine, ok, das kann ich ja auch noch gar nicht wissen, weil ich noch lange nicht in der Situation bin, nur noch, sagen wir mal 5 Kilos abnehmen zu wollen (Mein momentanes Ziel laut Diätticker ist nur ein Zwischenziel...).

Aber im Moment bin ich der Meinung, das Schwerste war der Anfang.
Ich wusste ja wie die meisten sehr Dicken schon lange, DASS ich besser mal abnehmen sollte und zwar richtig viel. Also weit über 50 Kilo. Und dass das Jahre dauern würde, war mir auch klar - damals habe ich noch fest geglaubt, dass man nicht unter dem Grundumsatz essen sollte, weil sonst der böse Jojo als Nightmare on Diet Street auftaucht und der Hungerstoffwechsel dich angrinst wie Jack Nickolson in Shining. Und das will man ja nicht.
Wenn man also weiß, dass man mindestens die kommenden drei Jahre mit Abnehmen verbringen wird, fällt der Anfang sehr schwer.
Der Berg, den man vor sich hat, sieht so riesig und steil aus. Ist er ja auch. Von ganz unten betrachtet sieht er noch größer aus als auf halbem Weg, wenn man schon auf die geschaffte Wegstrecke zurückblicken kann.
(Beim Rauchen ging es mir übrigens ganz ähnlich. Ich wollte schon länger nicht mehr rauchen, meine Lungen pfiffen, der Husten bellte und ich wollte eigentlich viel lieber atmen als qualmen. Aber der Gedanke "NIE WIEDER eine Kippe" war trotzdem schlimm und natürlich hatte ich Angst vor dem Entzug. Endgültige Schritte - und ich wusste, dass ich nie wieder rauchen konnte, weil ich mir selbst nicht trauen kann - sind halt schwer. Darum habe ich viel länger geraucht als ich vom Kopf her wollte. Jetzt bin ich seit fast sieben Jahren rauchfrei und kann mir nicht mehr vorstellen, jemals wieder anzufangen... und trotzdem kommt alle halbe Jahre mal dieser kleine fiese Gedanke "Och, jetzt wäre eine kleine Entspannungkippe auf dem Balkon ganz nett, während ich in den Sonnenuntergang gucke") 

Wenn man dann tatsächlich so langsam anfangen will mit der Gewichtsreduzierung, müssen erst noch die alten Lebensmittel weg. Also die, die man dann zukünftig nicht mehr essen will. Dann kommt die Pizza in den Ofen, die Plätzchen werden vernichtet, oh, da ist noch Eiscreme im Gefrierschrank und huch, was machen die Pommes denn da? Die müssen ja auch noch weg, bevor ab morgen oder spätestens übermorgen das gesunde Leben mit der freudlosen Magerkost losgeht.
Ein Horrorgedanke. Und das dann gleich für drei Jahre? Reicht nächste Woche nicht auch noch?

Ich esse ja low carb und da ist nichts freudlos oder Magerkost. Aber das wusste ich damals noch nicht, denn Kochen war zunächst einmal nicht mein größtes Hobby.
Aber ich schätze, ihr wisste jetzt, was ich meine mit dem schwierigen Anfang.
Es kann ja wirklich sein, dass ich irgendwann denke, die letzten fünf Kilo sind die schwersten.
Aber noch denke ich, der Anfang war am schwersten und dann jetzt das Durchhalten, wenn sich mal für 10 Tage einfach gar nichts tut auf der Waage oder man sogar zunimmt.

Quelle: pixabay


1 Kommentar:

  1. Jupp, du hast vollkommen recht. Endlich mal anzufangen ist die Hölle, was findet man nicht alles für Ausreden. Aber die letzten fünf Kilo sind tatsächlich super schwierig, a), wie Du sagst, ist der Leidensdruck weg. Man ist ja eh schon happy und "muss man denn so perfekt sein?". Andererseits liegt das Kaloriendefizit auch härter: von, sagen wir mal, 1800 kcal noch was wegzusparen, ist deutlich härter, als von 2600 kcal was wegzusparen.
    Beide Seiten haben da recht.

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